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Dreck62
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Beitrag von Dreck62 »

Willkommen zu den Slowenischen Meisterschaften im Einzelzeitfahren. Die Strecke, auf der sich die Athleten messen werden, ist 29.27km lang und komplett flach. Nur acht Profis haben den weg an den Start gefunden. Prominentester abwesender: TADEJ POGACAR!!! Das wird die anderen freuen, da jeder Teilnehmer durch seine Abwesenheit einen Rang besser abschneiden wird. Folglich sind Primoz Roglic, Matej Mohoric und Jan Tratnik, die Ränge 2 bis 4 des Vorjahres, die grossen Favoriten. Mit den Profis messen sich auch sieben Amateure. Die bekanntesten sind da wohl Tilen Finkšt und der junge Sprinter Anze Ravbar.

Genau dieser Anze Ravbar eröffnet nun das Rennen. Wirklich schnell sieht das nicht aus, aber wir werden sehen, zu was es reicht. Es folgt Timotej Bavec, welcher Ravbar um 81s unterbietet. Nejc Komac landet mit einem Rückstand von 1 min 14s auf dem zweiten Zwischenrang. Es folgt Matic Zumer, welcher sich über das ganze Zeitfahren hinweg ein Kopf an Kopf Rennen mit dem führenden Bavec liefert. Am Ende kann er aber noch etwas zulegen und übernimmt mit 12s Vorsprung die Spitze. Jaka Marolt kann da von Anfang an nicht ganz mithalten, verliert aber auch nicht wirklich viel. Am Ende sind es 35s Rückstand und Rang 3. Nun ist Mihael Steinar der nächste. Von A bis Z ist er schneller, als die bisher gestarteten. Insgesamt sammeln sich so 45s Vorsprung an. Somit bleibt nur noch ein Amateur, bevor die Profis sich austoben werden. Namentlich ist das Tilen Finkšt. Und der Kampf um die Amateurkrone wird dieses Jahr tatsächlich spannend. Finkšt beginnt leicht schneller, doch schon bald sind die beiden im virtuellen Parallelflug unterwegs. Stajnar war im Finale aber sehr schnell und da kann Finkšt dann tatsächlich auch nicht mehr ganz mithalten. Im Ziel ist es Rang 2 mit gerade mal 4s Rückstand. Der erste Profi am Start ist Erazem Valjavec. Ich glaube das müssten seine ersten Nationalen Meisterschaften auf Elite Stufe sein. Dafür schlägt er sich durchaus solide. Ein Topergebnis wird es aber vermutlich nicht, denn er ordnet sich hinter den beiden besten Amateuren auf Rang 3 ein. 16s hat er bis ins Ziel auf den führenden verloren. Als nächstes ist Zak Erzen unterwegs. Der junge Sprintspezialist beginnt schnell und stellt bei den Zwischenzeiten Bestmarken auf. Im Finale sieht man ihm aber an, dass das heutige Zeitfahren für seinen Geschmack zum lang ist. Er verliert noch ordentlich an Boden und muss sich mit 19s Rückstand knapp auch hinter Valjavec an der vierten Position einreihen. Mit Jakob Omrzel kommt als nächstes ein junger, sehr talentierter, Bergfahrer. Heute gibt es allerdings kaum Höhenmeter. Trotzdem macht er das ganz gut. Zu Beginn kann er nicht ganz mit Erzen mithalten, doch er ist ziemlich genau gleich schnell wie Štajnar. Im Finale kann er sogar noch mehr zulegen, als der führende und übernimmt mit 8s Vorsprung die Spitze!!!

Es bleiben noch 5 Fahrer. Dies sind die 5 besten des letzten Jarhes, die auch heute dabei sind. Da Pogacar und Primozic nicht dabei sind, wird diese Gruppe vom Vorjahressiebten Gal Glivar eingeleutet. Auch er ist noch jung. Im Gegensatz zu beispielsweise Omrzel hat er allerdings doch schon etwas mehr Erfahrungen in solchen Rennen sammeln können. Er legt richtig stark los und lässt auch nie nach. Während seiner ganzen Fahrt ist klar: Das wird eine neue Bestzeit. Am Ende nimmt er Omrzel 35s ab. Es folgt der Vorjahresfünfte Matevz Govekar. Er ist auch eher ein Sprinter als ein Zeitfahrer. Ähnlich wie die bisherigen Sprinter ist er zu beginn stark. Er startet sogar deutlich schneller als Glivar, doch dann verliert er konstant auf diesen. Es ist früh absehbar: Wenn er nicht einbricht wird es wohl sehr knapp werden zwischen den Beiden. Govekar bricht auch nicht ein und so schaut vor allem Glivar gebannt auf den Monitor. Govekar gibt nochmals alles, doch die Zeit läuft runter. 5..4..3..2..1..0. Govekar hat aber noch ca. 80m vor sich und verliert insgesamt 5s. Es folgt Jan Tratnik. Früher hätte ich ihn als Zeitfahrspezialist betitelt, doch dafür ist er mittlerweile viel zu ausgeglichen. Seine Hervorragenden Helferfähigkeiten werden heute allerdings nicht wirklich nützlich sein. Seine Zeitfahrfähigkeiten allerdings schon, und die sind ihm wohl nicht abhanden gekommen. Glivar akzeptiert sein Schicksal, schon lange bevor Tratnik im Ziel ist. Er ist einfach nochmals ein paar Kategorien stärker und so zeigt die Uhr am Ende einen Vorsprung von einer Minute und neunzehn Sekunden an. Tratnik holt also wie erwartet eine Medaille. Im Vorjahr gelang ihm das nicht. Dem nächsten Starter, Matej Mohoric, allerdings schon. Auch in diesem Jahr trennt die beiden nicht viel. Mohoric liegt zu Beginn hinten. Kann er das nochmals umkehren? Nein, Auf der gesamten Strecke verliert er etwas Zeit. Es Resultieren am Ende 24s Rückstand und Zwischenrang 2. Damit ist auch ihm eine Medaille sicher. Die Grosse Frage lautet jetzt: Roglic oder Tratnik;wer beerbt Pogacar? Roglic liegt nach einer von 4 Runden 4s Zurück, Bei Rennhälfte sind es noch 3. Das ganze wird also vermutlich eine Knappe Angelegenheit. Nach drei Runden hat Roglic den Spiess umgedreht und führt nun seinerseits mit 4s Vorsprung. Und wie gewisse Radsportexperten zu sagen pflegen: "The trend is your friend." So ist es auch heute, denn am Ende gewinnt Primoz Roglic mit einem Vorsprung von 17s. Unibet gewinnt den Titel, doch die grösste Schlagzeile bleibt vermutlich der abwesende Pogacar...
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Dreck62
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Beitrag von Dreck62 »

Willkommen zum Strassenrennen der Slowenischen Meisterschaften. Heute messen sich die selben 8 Profis und 7 Amateure, wie im Zeitfahren. Das Ziel: Das begehrte Meistertrikot. Der Titelverteidiger Tadej Pogacar ist, wie schon im Zeitfahren, auch heute nicht dabei. Der Rest der Top 5 des Vorjahres ist aber dabei. Primoz Roglic, Matej Mohoric, Jan Tratnik und Gal Glivar zählen heute sicher zu den Favoriten, doch auch Endschnelle Fahre wie Matevz Govekar oder Zak Erzen könnten je nach Fahrweise hie Siegreich sein. Erzen und Roglic sind allerdings das einzige Zweiergespann im ganzen Starterfeld. Folglich ist also auch ein unkontrolliertes Rennen, womöglich sogar ein Amateur Meister, nicht auszuschliessen. Von Celje nach Celje werden 181.28km abgespult. Dabei wird ein Rundkurs achtmal durchfahren. Dieser Rundkurs ist 22.5km lang und beginnt eher flach. Zwischen km 7.5 und 15 geht es dann meistens hoch oder runter. Dieser Teil ist mit Hügeln gespickt. Der längste davon ist 800m lang, aber nur 3.3% Steil im Schnitt. Der Steilste hingegen ist zwar mit 7.4% Durchschnittlicher Steigung durchaus steil, aber nur 300m lang. Der ganz grosse Scharfrichter fehlt also, aber es gibt viele Hügel, und vor allem viele innerhalb einer kurzen Zeit, auf denen mann durchaus etwas probieren kann. Nach dem Hügeligen Part sind die letzen 7.5km der Runde wieder grösstenteils flach. Ich rechne nicht mit einem 15 Mann "Massensprint" um den Titel, aber auf einem solchen Kurs sind Sprintfähigkeiten sicher nützlich.

Zu Beginn versuchen viele Fahrer sich abzusetzen. Selbst Matej Mohoric wagt hier einen Versuch, doch Roglic und Erzen sind hier sehr aufmerksam. Dass man Mohoric nicht fahren lassen möchte kommt ja nicht ganz unerwartet, doch die Unibet Fahrer verweigern hier auch den Amateuren die Flucht. So dauert es etwas mehr als eine Runde, bis alle Akzeptieren, dass es heute keine Fluchtgruppe gibt. Schade für das Rennen, aber gut für die Sprinter? Da man niemanden einholen muss, gibt es keinen Grund das Tempo weit über 100km vor dem Ziel schon zu erhöhen. So plätschert das Rennen vorerst vor sich hin. Das Rennen bleibt leider so langweilig, bis die Fahrer sich auf die letzten beiden Runden begeben. Im Hügeligen Teil ist es dann Roglic, der mal etwas Druck auf die Konkurrenz ausübt. Die meisten Fahrer können hier aber dranbleiben. Abgehängt wurden nur die Beiden Amateure Komac und Bavec. So gehen also 13 Mann gemeinsam auf die letzte Runde. An den Hügeln ist es erneut Roglic der vorne fährt, aber nun scheint er es ernst zu meinen. Das ist eine erste Attacke 14.5km vor dem Ziel. Hinten bröckelt es so richtig, doch Roglic ist noch nicht alleine. Das gefällt ihm natürlich nicht, und schon geht er erneut. Jetzt wird es langsam brenzlig für die Konkurrenz, aber noch sind einige dabei. Ravbar, Marolt, Zumer, Finkšt, Štajnar, Erzen und Valjavec sind nicht mehr zu sehen. Omrzel, Govekar, Tratnik, Glivar und Mohoric sind also noch an Roglic dran. 12km vor dem Ziel geht Roglic erneut, und nun geht die Lücke langsam auf. Hinter ihm es es auch nur noch ein Trio aus Mohoric, Tratnik und Omrzel, denn Glivar und Govekar können das Tempo nicht mehr mitgehen.

Roglic also alleine vorne raus, doch das Ding ist noch nicht gegessen! Mohoric macht ordentlich Dampf in der Abfahrt und schon folgt der nächste Hügel. Roglic wieder voll am Attackieren, doch das Verfolgertrio verliert nur wenig Zeit. Tratnik und Mohoric machen das stark und halten den Rückstand unter 10s. 9km vor dem Ziel sind es exakt 7s Rückstand. Doch nun folgen zwei Verhältnismässig lange Abfahrten, mit einer ganz kleinen Gegensteigung dazwischen. Mohoric macht da mächtig dampf. Nach der Gegensteigung ist man nur 5 zurück, doch jetzt kommt Mohoric und saugt sich ran. 6km vor dem Ziel wird Roglic tatsächlich nochmals gestellt!!! Zusammen mit Mohoric, Tratnik und Omrzel ist er nun ganz vorne. Glivar und Govekar sind 25s zurück. Nun ist das Tempo etwas raus, doch man sollte aufpassen. Wenn man sich auf zu viel taktisches Geplänkel einlässt kann der endschnelle Govekar wieder aufschliessen. So ist es Mohoric, der vorne als erster wieder eine normale Führung fährt. Er bringt die Gruppe wieder etwas zum laufen, aber Omrzel scheint hier nicht wirklich gewillt, um mitzuhelfen. Nun wird auch heftig diskutiert, aber man fährt während dem Diskutieren zügig weiter, während Glivar und Govekar einfach ein wenig erschöpfter als die 4 vorne sind. Sieg geben alles und komme Sekunde für Sekunde näher, aber kommen sie rechtzeitig ran? Schwer zu sagen, doch wenigstens ein Rätsel kann ich lösen. Omrzel setzt nämlich knapp 1km vor dem Ziel eine Attacke. Schön mustergültig von letzter Position mit Schwung vorbei. Vermutlich hat er dafür nicht mitgearbeitet. Gibt das in seinem ersten Jahr direkt den Titel in der Elite? Roglic reagiert mit Mohoric und Tratnik am Hinterrad. Trotzdem hat Omrzel direkt eine kleine Lücke. Die Power von Roglic ist aber zu gross, und so schliesst sich die Lücke wieder.

Nun beginnt das grosse abwarten, denn von vorne nehmen nur wenige gerne einen Sprint einer Kleingruppe. Schlussendlich ist es Tratnik, der die Gruppe von vorne auf die letzten 300m führt. An seinem Hinterrad ist Mohoric, gefolgt von Roglic und Omrzel. Govekar und Glivar sind zwar nah dran, aber bei immernoch 10s Rückstand werden sie vermutlich nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen können. 250m vor dem Ziel startet Mohoric den langen Sprint! Das ist früh, etwas zu früh für Tratnik, der gerade kurz nach vorne geschaut hat. Roglic hat mühe und verliert etwas das Hinterrad, Omrzel ist komplett kaputt. Der kann das Hinterrad von Roglci nicht mal ansatzweise halten und muss sich mit Rang 4 Begnügen. Tratnik verliert zwar direkt etwas an Boden, kommt aber spät noch auf. Roglic wird es 75m vor dem Ziel auch zu viel. Er kann das Hinterrad von Mohoric nicht länger halten und fliegt zurück. Das wird wohl der Dritte Platz werden, denn Tratnik fliegt an ihm vorbei. Lockerer Sieg also für Mohoric? Nein! Er bricht noch komplett ein und Tratnik fliegt heran!... Doch es ist zu spät. Mohoric kann sich über die Ziellinie retten und ist nationaler Meister! Tratnik auch 2, gefolgt von Roglci und Omrzel. Dahinter holt sich Govekar souverän den fünften Platz vor Glivar. Mit etwas über 2 Minuten Rückstand sichert sich Erzen den siebten Platz, vor dem Besten Amateur. Dies ist der junge Anze Ravbar. Rang 9 geht an Valjavec, knapp vor Finkšt. Mohoric ist damit nach 2016, 2017 2019 und 2022 zum fünften mal nationaler Meister im Strassenrennen, während Jan Tratnik als doppelter Vizemeister weiterhin auf seinen ersten Meistertitel überhaupt warten muss. Das wars mit den Slowenischen Meisterschaften, die für einmal nicht von Pogacar dominiert wurden. Auf wiedersehen und bis bald.
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